
Googles KI-Modus: Braucht Ihr Betrieb noch eine Website?
Seit Herbst 2025 gibt es den KI-Modus der Google-Suche auch in Österreich, und über vielen Suchergebnissen steht inzwischen eine KI-Übersicht, die die Antwort gleich selbst liefert. Die einen Agenturen rufen deshalb "SEO ist tot", die anderen verkaufen Panikpakete. Für einen Friseur in Ottakring oder ein Café in Neubau stellt sich eine einfachere Frage: Lohnt sich eine eigene Website überhaupt noch, wenn Google niemanden mehr hinschickt?
Die kurze Antwort: Ja – aber aus anderen Gründen als noch vor zwei Jahren.
Was die Zahlen wirklich zeigen
Sistrix hat im Februar 2026 rund 100 Millionen deutschsprachige Suchbegriffe ausgewertet. Ergebnis: Etwa jede fünfte Suche zeigt inzwischen eine KI-Übersicht. Wo eine erscheint, sinkt die Klickrate auf Platz 1 von rund 27 auf 11 Prozent. Hochgerechnet verlieren Websites im deutschsprachigen Raum so etwa 265 Millionen Klicks pro Monat – das sind rund 6,6 Prozent aller organischen Klicks.
Eine Ahrefs-Studie aus demselben Monat kommt auf ein ähnliches Bild: Steht eine KI-Übersicht über den Ergebnissen, bekommt das erste Ergebnis rund 58 Prozent weniger Klicks. Das ist real, und es trifft manche Websites hart.
Wer verliert – und wer kaum
Verloren wird vor allem bei Wissensfragen: "Wie oft sollte man die Haare schneiden?", "Was hilft gegen Zahnfleischbluten?". Ratgeberportale und Gesundheitsseiten verlieren deshalb zweistellig. Wer dagegen etwas kaufen, buchen oder anfragen will, klickt weiter, denn die KI kann Ihnen keinen Termin schneiden und keinen Tisch decken.
Ein Wiener Betrieb lebt selten von Wissensfragen. Er lebt von Suchen wie "Friseur 1160 heute Termin" oder "Installateur Notdienst Wien 10". Genau diese Suchen sind am wenigsten betroffen. Das Problem ist ein anderes.
Die unbequeme Wahrheit: Die KI liest Ihre Website
Googles KI erfindet ihre Antworten nicht aus dem Nichts. Sie stellt sie aus Websites, Google-Profilen, Bewertungen und Portalen zusammen. Wenn Sie keine eigene Website haben, beschreiben andere Ihren Betrieb: ein veralteter Branchenbuch-Eintrag, eine Bewertungsplattform, im schlimmsten Fall ein Mitbewerber, der dieselbe Frage besser beantwortet.
Fragt jemand "Welcher Friseur in Ottakring macht Balayage unter 150 Euro?", kann die KI Sie nur nennen, wenn irgendwo klar steht, dass Sie Balayage anbieten und was es kostet. In den USA geht Google schon einen Schritt weiter: Der KI-Modus reserviert dort Tische direkt über Buchungsdienste. Wer seine Angebote nicht maschinenlesbar zeigt, wird dabei einfach übersprungen.
Was Ihre Website jetzt können muss
Erstens: klare Fakten als echter Text, nicht als Bild oder PDF – Leistungen, "ab"-Preise, Bezirk, Öffnungszeiten, Sprachen. Was die KI nicht lesen kann, existiert für sie nicht.
Zweitens: strukturierte Daten im Hintergrund, die Google eindeutig sagen, was Sie sind, wo Sie arbeiten und was Sie anbieten. Drittens: dieselben Angaben auf Website und Google-Unternehmensprofil, denn Widersprüche kosten Vertrauen bei Mensch und Maschine.
Viertens: Antworten auf die Fragen, die Ihre Kunden wirklich stellen, jeweils auf einer eigenen Seite oder in einem eigenen Abschnitt. Und fünftens: eine schnelle Handy-Seite mit Anruf-, WhatsApp- oder Buchungsknopf ganz oben. Wer heute noch klickt, ist meistens schon entschlossen – diesen Menschen sollten Sie keinen Umweg zumuten.
Fazit: weniger Klicks, bessere Klicks
Die Website verliert ihre Rolle als Lexikon. Sie wird zu dem, was sie für einen kleinen Betrieb immer hätte sein sollen: die verlässliche Quelle über Ihr Unternehmen – für Kunden und für die KI – und der kürzeste Weg zur Anfrage. Wer jetzt keine hat, überlässt es anderen, über ihn zu erzählen.
Unsicher, ob Ihre Website dafür gerüstet ist? Schicken Sie uns den Link: Sie bekommen kostenlos ein kurzes Video, in dem wir zeigen, was Google und die KI auf Ihrer Seite finden – und was nicht.